PRESSETEXT:
Inmitten des hunderttausendfachen Mordens im KZ Auschwitz vollzieht sich Unglaubliches: Mala Zimetbaum, Jüdin, und Edek Galinski, Christ, verlieben sich unsterblich ineinander. Als sogenannte Funktionshäftlinge müssen sie für die Lager-SS Sklavenarbeit verrichten.
Mala hat Botengänge im Laufschritt auf dem weitläufigen KZ-Gelände zu erledigen, Edek ist für Reparaturarbeiten an den desolaten Latrinen zuständig. Unbeobachtete Momente nützen beide, um anderen KZ-Gefangenen Mut zu machen, ihnen zu helfen - und um sich heimlich zu treffen.
Regisseur Johannes Neuhauser und Schauspielerin Bettina Buchholz haben eine der unglaublichsten Liebesgeschichten auf die Bühne gebracht.
Auszug aus der Theaterkritik vom 4. November 2025
David Klein
OÖ NACHRICHTEN
Das zutiefst berührende Stück "Mala & Edek" in der Tribüne Linz
Ihre Namen sind den wenigsten bekannt. Dabei sind ihre Liebe und ihr Schicksal so außergewöhnlich wie erschütternd: Als einzigem Liebespaar gelang Mala Zimetbaum und Edek Galinski im Juni 1944 die Flucht aus dem NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Zwei Wochen später wurden sie gefasst und ermordet.
Davon erzählt derzeit in der Tribüne Linz der Kulturverein Etty, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Theater über außergewöhnliche Menschen auf die Bühne zu bringen. Mit "Mala & Edek" gelingt das auf eindrückliche Weise.
Schauspielerin Bettina Buchholz verleiht in der von Johannes Neuhauser sorgfältig recherchierten szenischen Lesung der belgischen Jüdin Zimetbaum eine zärtliche und entschlossene Präsenz. Das behutsame Stück lässt sie für einen Abend "aus dem Jenseits zurückkehren", um zu erzählen: wie sie in einem liberalen Umfeld zu einer lebenshungrigen jungen Frau heranwuchs, von den Nazis deportiert wurde, ihre Fähigkeiten klug nutzte und sich im KZ in den Polen Edek verliebte. Diesen verkörpert wortlos, aber charismatisch Josef Schmid. In geschickt eingewobenen Einblendungen erzählen KZ-Überlebende, wie die als "Läuferin" eingesetzte Zimetbaum sie in den entscheidenden Momenten heimlich ermutigt und gewarnt hatte.
Ein Bild wird zurechtgerückt
Bis zu den grausamen Ermordungen Zimetbaums und Galinskis spannt sich der Bogen des klugen Stücks – das am Ende noch die nach Kriegsende entstandenen, falschen Erzählungen über deren Tod zurechtrückt.
Nach 90 Minuten herrscht bedrückte Stille – gefolgt von stehenden Ovationen.
Fazit: Ein Stück, dessen Wucht lange nachwirkt